Der Keltenfürst von Hochdorf

Immer einen Besuch wert ist das schöne Keltenmuseum in Hochdorf. Hier werden das Jahr über auch verschiedene Kurse für interessierte Besucher angeboten. Alle zwei Jahre findet ein Keltenfest statt.

Infos auch unter http://www.keltenmuseum.de

Bilder von Veranstaltungen im
Keltenmuseum Hochdorf

Belebung des Herrenhauses mit der Keltenfamilie Arduina
Kinderprogramm und Vorführungen Mai 2007


Brettchenweben Vorführung Juni 2004

Keltische Modenschau 2002

 

 

Um 550 vor Christus, in der späten Hallstattzeit, wurde in Hochdorf Enz ein etwa 40 - 50 Jahre alter Mann mit fürstlichen Beigaben zu Grabe getragen. Über der Grabkammer errichtete man einen mächtigen Hügel von ca. 6 m Höhe und 60 m Durchmesser.
Jahrhundertelange Abtragung ließ den Hügel verschwinden und es dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jh., bis man die Spuren dieses mächtigen Grabhügels wieder entdeckte.

Um das Grab vor der vollständigen Zerstörung zu bewahren, wurde es von 1978 bis 79 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg ausgegraben. Die Grabkammer wurde völlig unberaubt vorgefunden und barg sensationelle Funde.

Der Fürst war mit seinen 1,85 m Größe ungewöhnlich groß. Die Menschen in der Hallstattzeit waren im Durchschnitt um Einiges kleiner.

Auf einer Bronzeliege lag der Fürst in einer für die Hallstattzeit üblichen Lage, wobei der Kopf nach Süden, die Füße nach Norden gelagert waren.

Goldener Totenschmuck, Köcher und Angelhaken wurden dem Fürsten mit ins Grab gegeben. Auf dem vierrädrigen, eisenbeschlagenen Wagen fand man prunkvolles Geschirr und Zaumzeug. An den Wänden hingen Trinkhörner und die Kammer war mit wertvollen Stoffen ausgekleidet.

Ein prunkvoller Bronzekessel, der über 400 l Honigmet enthalten hatte stand in der Grabkammer. Ein Kunstwerk aus dem Mittelmeerraum.

Die zahlreichen Fragmente von Geweben waren ein Glücksfall. Es konnten Stoffe und Borten aus Brettchengewebe rekonstuiert werden. Der Leichnam war in rot-blau karierten Prunktüchern gehüllt. Er trug einen Hut aus Birkenrinde.


Der Antennendolch war eigens für die Bestattung mit verziertem Goldblech verziert worden.


Halsreif und goldener Totenschmuck waren kunstvoll mit verschiedenen Musterstempeln punziert worden. Eine sehr beliebte Handwerkskunst in der Hallstattzeit.
Sehr schön ist auch der Aussenbereich des Museums in Hochdorf. Hier wurden verschiedene Häuser einer typischen Keltensiedlung rekonstruiert.

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