Kleidung und Aussehen der Kelten

Leider wurden bei Grabfunden immer nur sehr kleine Stücke Stoff gefunden. So können wir heute nicht mehr genau sagen, wie die Kleidung der Kelten ausgesehen hat. Wir müssen uns auf die Aussagen der Römer und Griechen verlassen, die vieles aufgeschrieben haben.

So wissen wir zum Beispiel, daß es den Römern sehr seltsam vorkam, daß die Menschen hier Hosen, die Braccas, trugen. Sie nannten deshalb unser Gebiet das hosentragende Gallien. Es ist auch überliefert, daß die Kelten farbenfrohe Stoffe liebten. Karos und andere bunte Muster waren sehr beliebt.

Ein Römer schrieb in ein Buch, daß sich Frauen nicht im Gesicht so anmalen sollen wie die Keltischen Frauen. Also können wir auch davon ausgehen, daß sich die Keltischen Frauen schon geschminkt haben.

Archäologische Funde sagen uns, daß Wolle und Leinen wohl die hauptsächlich verwendeten Stoffe in der Keltenzeit waren. Die Webkünste keltischer Frauen waren bemerkenswert. Unter ihren fleißigen Händen enstanden wunderschöne Tuche, aus denen dann die Kleidung genäht wurde.

Kunstvolle Bänder aus brettchengewebten Borten schmückten die Kleidung.
Reichhaltige Textilfunde wurden im Hochdorfer Grab des Keltenfürsten gefunden.


Zinnenmäandermuster Hochdorf


Rekonstruiertes Gewebe aus dem
Keltenmuseum Hochdorf

Männer trugen also Braccas, Hosen.
Darüber vermutlich eine gerade geschnittene Tunika und einen Umhang, der mit einer Fibel geschlossen wurde.

Reichhaltige Schuhfunde gab es in den Salzbergwerken in Hallstatt und Hallein.


Bundschuh Museum Hallstatt

Keltische Frauen trugen vermutlich eine bodenlange Tunika und darüber einen Peblos, der auch im Mittelmeerraum getragen wurde. Zwei Stoffbahnen, die auf den Schultern mit Nadeln, den sogenannten Fibeln, zusammengehalten wurden. Das belegen Fibelfunde. In Frauengräbern wurden fast immer Fibelpaare auf Schulterhöhe gefunden. Überhaupt waren Fibeln, Gewandnadeln, sehr beliebt und sind sogar in ärmeren Gräbern zu finden.

Hier sieht man Funde aus dem Hegnacher Grabhügel 2 - Grab 10.
Fibeln in Schulterhöhe lassen als Kleidung die Annahme zu, daß das hier bestattete keltische Mädchen aus der späten Hallstattzeit mit einem sogenannten Peblos bekleidet war.


Fibel aus dem Grab
Württembergisches Landesmuseum


Rekonstruktion von Stefan Jaroschinski

 
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